Was ist die Koerzitivfeldstärke (Hc)?

Die Koerzitivfeldstärke (Hc) gibt an, wie gut ein Magnet einer Entmagnetisierung widerstehen kann. Materialien mit einer hohen Koerzitivfeldstärke behalten ihre magnetischen Eigenschaften bei hohen Temperaturen und unter dem Einfluss starker externer Magnetfelder besser bei.


Von Team Magnetenspecialist
3 Min. Lesezeit


Sobald ein Magnet einmal magnetisiert ist, soll er seine magnetischen Eigenschaften behalten. In der Praxis werden Magnete jedoch oft Einflüssen ausgesetzt, die ihre magnetische Kraft verringern können, wie z.B. hohe Temperaturen, starke externe Magnetfelder oder bestimmte mechanische Belastungen.

Der Widerstand, den ein Magnet gegen Entmagnetisierung leistet, wird Koerzitivfeldstärke genannt.

Die Koerzitivfeldstärke ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Permanentmagnetmaterials und wird üblicherweise mit dem Symbol Hc bezeichnet.

Was bedeutet Koerzitivfeldstärke?

Die Koerzitivfeldstärke gibt an, wie viel gegenwirkende Magnetkraft erforderlich ist, damit ein Magnet seine Magnetisierung verliert.

Mit anderen Worten:

je höher die Koerzitivfeldstärke, desto schwieriger ist es, einen Magneten zu entmagnetisieren.

Ein Material mit hoher Koerzitivfeldstärke behält seine magnetischen Eigenschaften unter schwierigen Bedingungen besser als ein Material mit niedriger Koerzitivfeldstärke.

Warum ist die Koerzitivfeldstärke wichtig?

In vielen Anwendungen sind Magnete Bedingungen ausgesetzt, die ihre Leistung beeinträchtigen können.

Denken Sie zum Beispiel an:

  • Elektromotoren
  • Generatoren
  • Industriemaschinen
  • Sensoren
  • Elektrofahrzeuge

Wenn ein Magnet eine unzureichende Koerzitivfeldstärke besitzt, kann er im Laufe der Zeit einen Teil seiner magnetischen Kraft verlieren.

Eine hohe Koerzitivfeldstärke hilft, dies zu verhindern.

Koerzitivfeldstärke und Neodymmagnete

Einer der Gründe, warum Neodymmagnete in technischen Anwendungen so beliebt sind, ist ihre hohe Koerzitivfeldstärke.

Diese Eigenschaft sorgt dafür, dass sie:

  • langfristig stabil bleiben
  • gut gegen externe magnetische Einflüsse beständig sind
  • weniger empfindlich gegenüber Entmagnetisierung sind

Dadurch können sie in anspruchsvollen industriellen Umgebungen eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Remanenz und Koerzitivfeldstärke?

Remanenz und Koerzitivfeldstärke werden oft zusammen genannt, beschreiben aber unterschiedliche Eigenschaften.

Remanenz (Br) gibt an, wie viel Magnetismus ein Material besitzt, nachdem das magnetisierende Feld entfernt wurde.

Koerzitivfeldstärke (Hc) gibt an, wie schwierig es ist, diesen Magnetismus wieder zu verlieren.

Ein einfacher Vergleich:

  • Remanenz sagt, wie stark ein Magnet sein kann.
  • Koerzitivfeldstärke sagt, wie gut er stark bleibt.

Beide Eigenschaften sind für hochwertige Permanentmagnete unerlässlich.

Wie wird die Koerzitivfeldstärke gemessen?

Die Koerzitivfeldstärke wird üblicherweise ausgedrückt in:

  • Ampere pro Meter (A/m)
  • Kiloampere pro Meter (kA/m)
  • Oersted (Oe)

Auf technischen Datenblättern wird meist eine dieser Einheiten verwendet.

Der genaue Wert hängt vom Material und der Magnetgüte ab.

Koerzitivfeldstärke und Temperatur

Die Temperatur hat einen wichtigen Einfluss auf die Koerzitivfeldstärke.

Wenn ein Magnet wärmer wird, nimmt der Widerstand gegen Entmagnetisierung ab.

Deshalb gibt es spezielle Neodym-Güten wie:

  • H
  • SH
  • UH
  • EH

Diese wurden entwickelt, um auch bei höheren Temperaturen eine ausreichende Koerzitivfeldstärke zu gewährleisten.

Koerzitivfeldstärke auf der Hysteresekurve

In der Materialkunde wird die Koerzitivfeldstärke auf der Hysteresekurve dargestellt.

Der Hc-Wert gibt an, wie viel entgegengesetztes Magnetfeld erforderlich ist, um die Nettomagnetisierung auf Null zurückzuführen.

Dadurch ist die Koerzitivfeldstärke ein wichtiges Maß für die Stabilität eines magnetischen Materials.

Warum ist eine hohe Koerzitivfeldstärke wichtig?

Eine hohe Koerzitivfeldstärke bietet Vorteile in Anwendungen, wo:

  • hohe Temperaturen auftreten
  • starke Magnetfelder vorhanden sind
  • langfristige Stabilität erforderlich ist
  • Zuverlässigkeit unerlässlich ist

Daher spielt die Koerzitivfeldstärke eine wichtige Rolle bei der Entwicklung moderner Elektromotoren, Generatoren und industrieller Magnetsysteme.

Fazit

Die Koerzitivfeldstärke (Hc) beschreibt den Widerstand eines Magneten gegen Entmagnetisierung. Je höher die Koerzitivfeldstärke, desto schwieriger ist es, die magnetischen Eigenschaften eines Materials zu verringern. Zusammen mit Remanenz und BHmax gehört die Koerzitivfeldstärke zu den wichtigsten Eigenschaften von Permanentmagneten und stellt einen wesentlichen Parameter für technische Anwendungen dar.