Warum verlieren Magnete ihre Stärke?

Neodymmagnete verlieren unter normalen Bedingungen kaum an Stärke. Hohe Temperaturen, Korrosion, mechanische Beschädigungen und starke externe Magnetfelder können jedoch zu teilweiser oder dauerhafter Entmagnetisierung führen. Bei korrekter Anwendung behalten moderne Magnete ihre Eigenschaften oft über Jahrzehnte bei.


Von Team Magnetenspecialist
3 Min. Lesezeit


Warum verlieren Magnete ihre Kraft?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen zu Magneten ist, ob sie im Laufe der Zeit ihre Kraft verlieren. Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Magnet langsam "leer" wird, weil er ständig Metallgegenstände anzieht. Andere glauben, dass ein Magnet nach jahrelangem Gebrauch von selbst schwächer wird.

In Wirklichkeit funktioniert ein Magnet anders. Ein Permanentmagnet verbraucht beim Gebrauch keinen Magnetismus. Dennoch gibt es Umstände, unter denen ein Magnet tatsächlich einen Teil seiner Kraft verlieren kann.

Um zu verstehen, warum dies geschieht, müssen wir zunächst den Ursprung des Magnetismus in einem Magneten betrachten.

Wie entsteht die Kraft eines Magneten?

Innerhalb eines Permanentmagneten befinden sich Milliarden mikroskopisch kleiner Bereiche, die magnetische Domänen genannt werden. Innerhalb jeder Domäne sind die magnetischen Eigenschaften der Atome weitgehend in die gleiche Richtung ausgerichtet.

Wenn genügend dieser Domänen in die gleiche Richtung zeigen, entsteht ein starkes Magnetfeld. Dieses Feld verleiht dem Magneten seine charakteristischen Eigenschaften.

Solange diese innere Struktur erhalten bleibt, behält der Magnet auch seine Kraft.

Verliert ein Magnet durch Gebrauch an Kraft?

Unter normalen Umständen lautet die Antwort nein.

Ein Magnet wird nicht schwächer, weil er Metallgegenstände anzieht oder festhält. Das Anziehen eines Objekts kostet den Magneten keine Energie und verbraucht seine magnetischen Eigenschaften nicht.

Ein gut produzierter Neodym-Magnet kann daher jahrzehntelang nahezu die gleiche Leistung beibehalten.

Unter idealen Bedingungen beträgt der natürliche Verlust der Magnetkraft nur einen sehr kleinen Prozentsatz pro Jahrhundert.

Hohe Temperaturen

Die häufigste Ursache für Kraftverlust ist die Exposition gegenüber hohen Temperaturen.

Wenn ein Magnet zu heiß wird, verlieren die magnetischen Domänen im Material teilweise ihre Ausrichtung. Dadurch nimmt die Stärke des Magnetfeldes ab.

Bei begrenzter Erwärmung kann dieser Effekt manchmal vorübergehend sein. Wenn jedoch bestimmte Temperaturgrenzen überschritten werden, kann der Verlust dauerhaft werden.

Für Standard-Neodym-Magnete liegt die maximale Betriebstemperatur meist bei etwa 80 Grad Celsius. Für spezielle Ausführungen gibt es höhere Temperaturklassen, die deutlich mehr Wärme vertragen.

Der Curie-Punkt

Wenn ein Magnet extrem hohe Temperaturen erreicht, wird eine wichtige Grenze überschritten: der Curie-Punkt.

Oberhalb dieser Temperatur verschwindet die geordnete magnetische Struktur vollständig. Das Material verliert dann seine permanentmagnetischen Eigenschaften.

Der Curie-Punkt unterscheidet sich je nach Materialart und liegt bei Neodym-Magneten deutlich höher als die normale Betriebstemperatur.

Obwohl die meisten Benutzer niemals mit solchen Temperaturen konfrontiert werden, bildet der Curie-Punkt eine grundlegende Grenze für alle Permanentmagnete.

Starke externe Magnetfelder

Auch starke externe Magnetfelder können einen Magneten beeinflussen.

Wenn ein Magnet einem stark genug entgegengesetzten Magnetfeld ausgesetzt wird, können die internen magnetischen Domänen teilweise ihre Richtung ändern.

Dieser Vorgang wird Entmagnetisierung genannt.

Im täglichen Gebrauch kommt dies selten vor, wird aber in industriellen Anwendungen berücksichtigt.

Mechanische Beschädigung

Neodym-Magnete sind sehr stark, aber gleichzeitig relativ spröde.

Wenn zwei starke Magnete hart aufeinanderprallen, können Risse oder Absplitterungen entstehen.

Obwohl ein beschädigter Magnet oft noch funktioniert, kann die Beschädigung die Verteilung des Magnetfeldes und damit die Leistung beeinflussen.

Korrosion

Neodym ist korrosionsanfällig, wenn es nicht geschützt ist.

Deshalb werden nahezu alle Neodym-Magnete mit einer Schutzschicht versehen, wie z.B. Nickel, Zink oder Epoxid.

Wenn diese Schutzschicht beschädigt wird und Feuchtigkeit das magnetische Material erreicht, kann Korrosion entstehen. In schwerwiegenden Fällen kann dies zu strukturellen Schäden am Magneten und letztendlich zu Leistungsverlust führen.

Alterung von Magneten

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Magnete mit zunehmendem Alter von selbst schnell schwächer werden.

In Wirklichkeit gehören moderne Neodym-Magnete zu den stabilsten Permanentmagneten, die erhältlich sind.

Unter normalen Umständen behalten sie über Jahrzehnte nahezu ihre volle Magnetkraft. Der natürliche Verlust ist so gering, dass er in den meisten Anwendungen vernachlässigbar ist.

Warum scheinen manche Magnete schwächer zu werden?

Manchmal entsteht der Eindruck, dass ein Magnet an Kraft verloren hat, obwohl die Ursache anderswo liegt.

Häufige Ursachen sind:

  • ein größerer Abstand zwischen Magnet und Oberfläche
  • Verschleiß von Befestigungsmaterialien
  • Verschmutzung der Kontaktfläche
  • Veränderungen in der Anwendung
  • Beschädigung der Beschichtung

Dadurch scheint ein Magnet weniger gut zu funktionieren, obwohl sich das magnetische Material selbst kaum verändert hat.

Fazit

Permanentmagnete verlieren unter normalen Umständen kaum an Kraft. Ein moderner Neodym-Magnet kann jahrzehntelang funktionieren, ohne dass ein merklicher Leistungsverlust auftritt.

Wenn ein Magnet dennoch schwächer wird, ist dies meist die Folge von hohen Temperaturen, starken externen Magnetfeldern, mechanischer Beschädigung oder Korrosion. Durch den korrekten Gebrauch und Schutz eines Magneten vor extremen Bedingungen kann seine Magnetkraft sehr lange erhalten bleiben.